Das Thema der Nachhaltigkeit ist inzwischen in (nahezu) allen Bereichen der Gesellschaft angekommen. Auch viele Unternehmen haben erkannt, dass Verbraucher*innen starkes Interesse an ökologischen Produkten haben. Das funktioniert in vielen Fällen immer besser – jedoch gibt es auch schwarze Schafe, die Produkte als nachhaltig vermarkten, die es nicht sind. Diese Praxis hat einen Namen: Greenwashing. Wir zeigen Dir, woran du Greenwashing erkennen und was Du dagegen tun kannst.

Was ist die Definition von Greenwashing?

Greenwashing wird definiert als Kampagnen und PR-Aktionen, die den Eindruck erwecken, dass etwas besonders umweltfreundlich oder fair hergestellt worden sei, obwohl das nicht den Tatsachen entspricht. Während sich Greenwashing zu Beginn nur auf Produkte bezog, können inzwischen ganze Unternehmensstrategien davon durchzogen sein. Zusätzlich zum Marketing findet häufig parallele Lobbyarbeit für die (häufig nicht-nachhaltigen) Unternehmensinteressen statt.

Die „Best Practices“ des Greenwashings

1. Minimale Veränderungen als großen Wandel verkaufen

Eine besonders dreiste Form des Greenwashings ist die Beschönigung eigentlich schädlicher Produkte. Hierbei werden vereinzelte, positive Eigenschaften besonders hervorgehoben, obwohl das Produkt insgesamt ein deutlich negatives Bild zeichnet.

Dies ist beispielsweise beim Green Cruising von AIDA, einem Anbieter für Kreuzfahrten, der Fall: Beworben werden „nachhaltige Kreuzfahrten“, da bei einem Teil der Schiffe der Treibstoff von Schweröl auf LNG (Flüssiggas) umgestellt wurde. Abgesehen davon, dass dies nur bei einem Bruchteil der Flotte geschieht und auch Flüssigerdgas Emissionen verursacht, sind Kreuzfahrten auch aus vielen anderen Gründen äußerst umstritten.

2. Offensichtliches als Qualitätsmerkmal darstellen

Mindestens genauso verbreitet ist das Herausstellen von rechtlich-verpflichtenden Merkmalen als nachhaltig: Auf vielen Spraydosen findet sich die Kennzeichnung „FCKW-frei“ – der Einsatz dieser Treibmittel ist schon längst verboten. Wären diese in einem Produkt enthalten, wäre das nicht nur nicht-nachhaltig – es wäre vor allem illegal. Dennoch wird die Abwesenheit dieser häufig als Qualitätsmerkmal des Produktes dargestellt.

3. Unklarheiten ausnutzen

„Natürlich“, „ökologisch“ und „biologisch zertifiziert“ sind schwammige Begriffe, welche häufig keine Definition haben und somit wahllos und ohne einheitliche Zertifizierung verwendet werden können. Damit liegt es im Ermessen des Unternehmens, sie auf ein Produkt zu drucken. Für Verbraucher*innen ist diese Praxis besonders irreführend, da Produkte, welche bspw. nur zu einem sehr kleinen Anteil ökologisch produziert wurden, als 100% nachhaltig wahrgenommen werden.

Wie kann ich Greenwashing erkennen?

Greenwashing ist unter Anderem aufgrund seiner Legalität problematisch – alle oben aufgeführten Beispiele sind rechtlich legale Mittel, um ein Produkt oder eine Dienstleistung zu bewerben. Illegal wäre es lediglich, falsche Informationen und offensichtliche Lügen für Marketingzwecke zu verwenden. Es liegt also an Verbraucher*innen, solche Praktiken zu identifizieren und zu boykottieren.

Zunächst ist es sinnvoll, auf den gesunden Menschenverstand zu vertrauen – die Bilder glücklicher, freilebender Schweine auf der Fleischverpackung für 2,99€ entsprechen wahrscheinlich nicht der Realität. Gerade bei großen Unternehmen, welche noch nicht lange augenscheinlich nachhaltige Produkte anbieten, ist es sinnvoll, selbst zu recherchieren, wie ernst das Unternehmen seine Bemühungen meint.

Außerdem darf bei Labels wie „Biologisch abbaubar“ oder „Nachhaltig produziert“ nachgeforscht werden, ob diese Labels unabhängig geprüft werden. Besonders gut geht das mit der NABU Siegel-Check App: Einfach das zu prüfende Siegel mit der App abfotografieren und nachlesen, inwieweit es empfehlenswert ist und wer dahinter steckt. Die App gibt es für Apple und Android.

Du willst dich engagieren?

Dir reicht es nicht, bloß bewusster zu konsumieren? Du möchtest dich aktiv für eine nachhaltigere Zukunft einsetzen? Das geht – als Umweltaktivist*in. Wir haben in einem Blog-Artikel zusammengefasst, wo und wie du am besten damit anfangen kannst.

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