Wie der LBV Weißenburg-Gunzenhausen Ehrenamtliche nachhaltig betreut

Veröffentlicht am: 28.06.2022|Kategorien: Partnerorgas|5 Minuten Lesezeit|

In unserer Interviewreihe „Erfolgsgeschichten aus dem Natur- und Artenschutz“ stellen sich Partner:innen vor. Sie berichten von ihrer Organisation, der Arbeit und der Zusammenarbeit mit GoNature.

Sebastian Amler ist mit 25 Jahren seit dem letztem Jahr der 1. Vorsitzende der LBV Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen und damit der jüngste Kreisvorsitzende Bayerns. Gerade weil er so jung ist, sieht er es als seinen Auftrag, jungen Menschen die Begeisterung für den LBV und den Natur- und Artenschutz näher zu bringen und sie nachhaltig gut zu betreuen. Hier möchte er mit uns teilen, was der LBV in den letzten Jahren über das Ehrenamt gelernt hat:

Was bedeutet Ehrenamt für Sebastian?

  • Freude

  • Sinnhaftigkeit

  • Erfüllung

Der Landesbund für Vogelschutz kümmert sich um die Erhaltung von regionalen Lebensräumen und der dazugehörigen Flora und Fauna in Bayern. Mit einer aktiven Gruppe von etwa 30-40 Mitgliedern hat es sich die Landkreis Gruppe zur Aufgabe gemacht, gemeinsam seine vielfältigen Grünflächen und Biotope zu schützen. Gleichzeitig möchte die Gruppe auch zur Wissensvermittlung und Umweltbildung beizusteuern. Laut Amler ist der familiäre Charakter der Kreisgruppe ein wertgeschätztes Element, warum Mitglieder gerne beim LBV bleiben.

Das sind Sebastians Do’s and Don’ts beim Umgang mit Ehrenamtlichen:

Do’s

  • Individualität beachten: Jede:r ist unterschiedlich. Deshalb ist es wichtig, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Wünsche einzugehen und diese auch in der eigenen Arbeit mit einzubeziehen. Das ist zum Beispiel wichtig beim Art des Zugangs zum Ehrenamt in der Gruppe. Der LBV bietet viel Raum, dass Menschen ihre eigenen Ideen vorantreiben können. Wenn Menschen alleine etwas machen möchten, können sie das machen. Sie können als Bürgerwissenschaftler:innen losziehen und kriegen die fachliche Expertise von dem LBV gestellt. 

  • Offene Strukturen schaffen: Jede:r ist willkommen! Man muss keine Scheu haben und keine fachspezifische Expertise mitbringen – einfach trauen und mitmachen.

  • Wertschätzung zeigen: Es sollte immer bedacht werden, dass Ehrenamtliche diese Arbeit zusätzlich zu ihrer Arbeit oder in ihrer Freizeit machen. Deshalb ist es wichtig, ihnen Wertschätzung entgegenzubringen. Der LBV veranstaltet beispielsweise jährlich ein Helfer:innenfest, um sich zu bedanken.

Don’ts

  • Unpersönlichkeit: Sebastian ist überzeugt, dass der familiäre Charakter die beliebteste Eigenschaft des LBVs ist. Der Verband hat sogar einen eigenen Kindergarten!

  • Von oben herab: Ehrenamtliche sollten mitentscheiden können, was für Tätigkeiten sie ausführen möchten. Am Besten ist es, sie im Prozess mit einzubinden und zu schauen, was sie möchten und wie es umgesetzt werden kann. Es bringt keinem etwas, wenn sie in etwas reingedrängt werden, womit sie sich nicht wohlfühlen.

Das Schaffen von unterschiedlichen Zugängen und Betätigungsmöglichkeiten ist vor Allem wichtig, wenn man unterschiedliche Altersgruppen ansprechen möchte. Laut Sebastian ist ein Generationenaustausch wichtig, kann für junge Leute aber auch abschreckend wirken.

Sebastian Amler vom LBV Weißenburg-Gunzenhausen steht in der Natur und macht eine Pause vom Wiesen mähen. Er trägt einen Helm in der Hand und lacht in die Kamera.

“Das Thema Naturwissenschaften war in den letzten Jahren weder präsent noch sexy, durch Bewegungen wie Fridays for Future ist es langsam zurück gekommen. Zugleich war Natur- und Artenschutz eine lange Zeit männerdominiert, wobei in den letzten Jahrzehnten Frauen hinzugekommen sind – jetzt ist es an der Zeit, wieder die Jugend heranzuführen und ihnen zu zeigen, dass Natur wichtig ist und was es für eine riesen Ressource vor der Haustür gibt!”

Welche Angebote gibt es konkret für junge Engagierte?

  • Betreuung auf Augenhöhe: Enge Betreuung für junge Menschen und die nötige Unterstützung, ihre Ideen zu realisieren. Jede Person hat Fähigkeiten, die es Wert sind, einzubringen und zu entfalten.

  • “Go2nature” Programm: Coole und praxisorientierte Programme für Jugendliche, zum Beispiel Stand Up Paddling mit Vogelbeobachtung oder Biber Kartierungen.

  • Feste Strukturen öffnen: Ermöglichen von niedrigschwelligen, einmaligen und flexiblen Betätigungen. Jungen Menschen die Chance geben, sich ranzutasten, ohne direkt viel Verantwortung übernehmen zu müssen.

  • Arbeit mit Schulen: Umweltbildung Programme an Schulen, oder Schulen kommen auf den LBV zu und es werden altersangemessene Führungen und Vorträge angeboten.

Der LBV bietet Programme auf Augenhöhe für junge Menschen an, damit sie optimal betreut werden können. Zusätzlich öffnen sie Strukturen, die einmalige und flexible Betätigungen ermöglichen. Es schafft Menschen die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen – aber nicht zu müssen. Es bringt nichts, potentielle Engagierte in eine Position zu drücken, mit der sie sich nicht identifizieren. Dadurch werden sie nur mehr abgeschreckt. Der LBV ist der Mitmachverein überhaupt – jede:r ist willkommen und alle sind eingeladen, ihre eigenen Ideen und Visionen umzusetzen, zusammen oder alleine. Wer kriegt da nicht Lust, sich zu engagieren? 🙂 

Schaut Euch gerne die Arbeit vom LBV Weißenburg-Gunzenhausen auf Facebook und Instagram an!

Auf dem Bild sieht man die LBV Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen. 9 Personen befinden sich auf einer Aussichtsplafform und lächeln freudig in die Kamera.

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