Massenprodukt Honig: Das solltest Du wissen

Veröffentlicht am: 28.06.2021|Kategorien: Insekten & Bienen retten, Sofort helfen|12.3 Minuten Lesezeit|

Das idyllische Bild der Honigbiene, die auf dem weiten Blumenfeld Nektar sammelt und summend zum Bienenstock zurückkehrt, um mühelos Honig zu produzieren, ist leider immer noch weit verbreitet. In diesem Beitrag erfährst Du, wie die industrielle Honigproduktion konträr zum Arten- und Naturschutz läuft, was trotz allem die Vorteile von Honig sind, und worauf Du beim Honigkauf achten solltest.

1. So schädlich ist die Produktion von Honig für Bienen heute.
2. Trotzdem Honig von Bienen essen: Darauf solltest Du achten.

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So schädlich ist die Produktion von Honig für Bienen heute

Vor einigen Jahren berichteten alle großen Medien über das Bienensterben, das als weltweites Phänomen nicht nur Deutschland betrifft. Monokulturanbau und Pestizideinsatz, die Klimaerwärmung, Parasiten und Milben sind hauptverantwortlich für den dramatischen Rückgang der Bienenbestände auf unserer Erde. Das ist so dramatisch, weil ein Drittel von allem, was wir essen von Bienen abhängt. Sie sind essentiell für unser Ökosystem und unser Leben auf der Erde.

Wie trägt die Massen-Honigproduktion zum Bienensterben bei?

Viele fragen sich, was so schlimm daran sein könnte, Honig zu essen. Veganer:innen achten beispielsweise streng darauf, dass durch ihre Ernährung kein Tierleid entsteht. Erfahre hier> mehr zu den Motiven, die hinter einer veganen Ernährung stehen. Die meisten Menschen wissen heute, dass Nutztiere für die Produktion von Fleisch, Fisch, Milch und Eiern unter nicht artgerechten und tierquälenden Bedingungen gehalten und geschlachtet werden. Doch was hat es mit der Honigproduktion auf sich? Wir haben 6 Gründe für Dich gesammelt, warum Honig problematisch sein kann:

1. Bienen werden für Honig einem enormen Stress ausgesetzt

Ein Großteil des Supermarkt-Honigs wird nicht in Deutschland, sondern im Ausland (hauptsächlich Asien, USA und Südamerika) produziert. Dort wird Honig noch öfter in „Massentierhaltung“ hergestellt: Die Bienen werden in sogenannten Magazinen gehalten, die auf riesigen Honigfarmen stehen. Die Kästen sind bis zu vier Stockwerke hoch und lassen sich so öffnen, dass der Imker leicht an den Honig gelangt. Die Magazine wurden speziell hergestellt, um den Bienenstock mühelos transportieren zu können und Honig profitable herzustellen. Der Transport der Stöcke bedeutet für die Bienen jedoch vor allem Stress und unnatürliche Lebensbedingungen.

2. Die Bienenhaltung ist nicht artgerecht

Wusstest Du, dass die Biene nach der Kuh und dem Schwein das drittwichtigste Nutztier in Deutschland ist? Wie andere Nutztiere werden auch Bienen nicht artgerecht gehalten: Die Flügel der Königinnen werden gestutzt, damit sie den Bienenstock nicht verlassen können, was auch die anderen Bienen zum Bleiben zwingt, denn sie würden niemals ohne ihre Königin ihr “Zuhause” verlassen.

3. Unproduktive Bienenköniginnen werden getötet

Bienenköniginnen legen die lebensnotwendigen Eier und sind enorm wichtig für den Bienenstock. Normalerweise werden sie bis zu sechs Jahre alt; vor allem im Ausland werden sie aber schon nach einem Jahr getötet und durch neue, produktivere Königinnen ersetzt. Zudem werden die Königinnen auf Honigfarmen künstlich befruchtet, was mit großem Leid für die Insekten einhergehen dürfte.

4. Bei der Entnahme von Honig werden die Bienen oft verletzt oder sogar getötet

Bei der Honigentnahme werden die Bienen oft verletzt: Die Imker:innen beschädigen ihre Flügel, trennen ihre Beine ab oder töten sie sogar. Zudem verhindern die Imker:innen aktiv, dass sich die Stockbewohner mit der Geburt einer neuen Königin aufteilen und einen neuen Stamm bilden. Dieser Prozess des “Ausschwärmens” wird verhindert, um eine geringere Honigproduktion zu vermeiden.

5. Bienen werden anstelle von Honig mit Zuckerlösung ernährt

Bienen produzieren den Honig nicht zum Spaß. Sie brauchen die lebenswichtigen Nährstoffe des Honigs, die vor allem im Winter ihr Überleben sichern und sie im Sommer gegen Milbenbefall schützen. In konventionellen Honigbetrieben ernähren Imker:innen die Tiere jedoch mit einer billigen Zuckerlösung . Dadurch sind sie sie anfälliger für Krankheiten und damit einen frühen Tod.

6. Bienenhonig wird meist importiert

80 Prozent des verkauften Honigs in Deutschland wird importiert und unterliegt damit keinen standardisierten Kontrollen. Dazu zählt auch Bio-Honig. Honig, der nicht aus EU-Ländern kommt, wird oft in Form von “Industriehonig” produziert,  und deren Herstellung ist in diesem Fall mit großer Wahrscheinlichkeit eine Qual für die Bienen. Importierter Honig ist zudem – von der Umweltbelastung einmal abgesehen – auch eine Gefahr für unsere heimischen Bienen, weil der Transport Bienenkrankheiten nach Deutschland einschleppt.

Solltest Du Dich noch mehr zum Thema Bienen-Massentierhaltung informieren wollen, ist der Film “More Than Honey” sehr empfehlenswert.

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Trotzdem Honig von Bienen essen: darauf solltest Du achten

Wie ist also der Genuss von Honig weiterhin ohne schlechtes Gewissen möglich? Die Honigproduktion kann auch auf eine nachhaltige und vor allem artgerechte Weise ablaufen und in kleinem Stil sogar einen wichtigen Beitrag für die Natur und den Artenschutz leisten. Wir haben hier zwei Tipps für Dich, wie Du die Bienen trotz Honiggenuss schützen kannst.

1. Wildbienen-Imker leisten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz

Wildbienen sind die verwandte Art der Honigbiene, die für die industrielle Honigproduktion eingesetzt wird. Wildbienen bestäuben erfolgreicher und sind weniger anfällig für Milbenbefall und andere Bienenkrankheiten. Allerdings ist ihre Honigproduktion viel geringer, weswegen sie für die großen Imker uninteressant sind. 

Optimal wäre natürlich, wenn Du ein Zuhause für Wildbienen im eigenen Garten baust und so den Arten- und Naturschutz aktiv unterstützt. Denn ein:e Imker:in verschafft den Insekten Nistplätze, an denen sie sicher leben und überwintern können. Diese sicheren Orte finden sie in der freien Natur kaum noch. Dies trifft allerdings nur zu, wenn du die Wildbienen auch artgerecht hältst!

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2. Augen auf beim Honigkauf

Wenn Dir der Bau einer eigenen Imkerei nicht möglich ist, solltest Du beim Honigkauf genau hinschauen: Deutscher Honig unterliegt strengen Auflagen und Kontrollen und ist daher in Bio-Qualität ein relativ sicheres Produkt. Trotzdem solltest Du auf das Kleingedruckte achten, denn mit dem Zusatz “Mischung von Honig” stammt der Honig aus industrieller Produktion und ist nicht bienenfreundlich. Das Siegel “Echter deutscher Honig” ist jedoch sehr streng kontrolliert und verweist auf ein komplett in Deutschland hergestelltes Produkt. 

Honig ist zudem sehr gesund: Besonders der neuseeländische Manuka-Honig, aber auch heimischer Honig verfügen über wertvolle antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Wenn Du diese nicht missen möchtest, achte beim Kauf des nächsten Honig-Glases unbedingt auf die Herkunft und artgerechte Herstellung des Honigs! To bee happy…

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Auf GoNature findest Du eine ganze Themenseite für Projekte zum Thema Insekten. Hier > geht’s zur Seite. Möchtest Du gerne erst einmal mehr Input zum Thema und Dir hat dieser Blogartikel gefallen? Passend zum Thema Bienen findest du hier > einen Artikel zu bienenfreundlichem Gärtnern. 

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