Insektensterben: Wissenswertes und Tipps

Veröffentlicht am: 20.04.2021|Kategorien: GoNature Shorts, Insekten & Bienen retten|7.3 Minuten Lesezeit|

Insektensterben ist ein weltweites Problem. Was bedeutet es? Und was kannst Du dagegen tun?

Das Insektensterben ist weltweit ein großes Problem, so auch in Deutschland. Aber woran liegt es eigentlich und welche Folgen bringt es mit sich? Wir haben die wichtigsten Fakten für Dich gesammelt. Das Insektensterben betrifft uns alle und wir sollten gemeinsam etwas dagegen tun. Deshalb haben wir außerdem noch Tipps für Dich, wie Du mithelfen kannst. 🐝🦋🐞

So schlimm ist das Insektensterben

Insektensterben heißt, es gibt immer weniger Insekten. Dabei gehen nicht nur die Zahlen der einzelnen Tiere sondern auch der Artenvielfalt massiv zurück:

Rückgang der Biomasse

In einer Studie von 2017 veröffentlichten Forscher, dass seit 1998 die Biomasse aller fliegenden Insekten um 76% zurückgegangen ist. Biomasse beschreibt dabei das Gesamtgewicht aller Tiere. Zu einer Bestandsaufnahme werden Untersuchungsnetze aufgestellt und der Fang analysiert und gewogen. Waren es zuvor noch über 1,5 Kilo, kommt man jetzt nur noch auf knapp 300 Gramm. 🐝🦋🐞

Verlust der Artenvielfalt

Das Insektensterben umfasst allerdings nicht nur die Anzahl aller Tiere, sondern auch die der verschiedenen Arten. Langfristig beobachtet weisen 40% aller Insektenarten eine negative Entwicklung auf, also einen Rückgang ihrer Art. Anders als bei den meisten Tierarten, betrifft das Insektensterben nicht nur seltene Arten, sondern auch jene, die früher noch stark verbreitet waren. Viele Arten sind bedroht oder sterben aus. Dabei sind einige Arten noch nicht mal entdeckt, bevor sie aussterben. 🐝🦋🐞

Weitere Informationen

Du möchtest noch mehr über die genauen Zahlen oder die Studie herausfinden? Die Studie selbst findest Du >hier. Weitere Informationen, sowie Übersichtsgrafiken kannst Du außerdem >hier anschauen. 🐝🦋🐞

Darum gibt es das Insektensterben

Für das Insektensterben gibt es nicht eine Ursache allein, sondern es spielen viele Dinge zusammen. Das sind die drei wichtigsten Faktoren:

Intensivierung der Landwirtschaft

In der Landwirtschaft wird die Naturlandschaft umgestaltet. So haben Insekten weniger Lebensraum und keine vielfältige Nahrungsgrundlage. Außerdem werden Pestizide und Dünger verwendet, die giftig für Insekten sind, wodurch das Insektensterben zunimmt.🌾

Klimawandel

Der Klimawandel bewirkt steigende  Temperaturen und die Jahreszeiten verschieben sich. Einige Insekten kostet das leider ihr Leben. Außerdem führt er zu Verlust von Lebensraum, weil beispielsweise Wälder und Wiesen austrocknen oder Böden überschwemmt werden. Deshalb ist auch der Klimawandel ein entscheidender Faktor für das Insektensterben.🌍

Lichtverschmutzung

Gerade im Frühjahr ist es Abends oft schnell dunkel. Zu unserem Glück gibt es Lampen im Haus und Straßenlaternen draußen. Was für uns ein Segen ist, ist für die Insekten allerdings ein Fluch. Die sogenannte Lichtverschmutzung durch künstliches Licht verwirrt die Insekten und stört ihren Jagd- und Fortpflanzungsinstinkt, wodurch ihre Überlebenschancen sinken. Ein weiterer Nachteil am künstlichen Licht ist, dass es Insekten anzieht und diese für Fressfeinde präsentiert. 💡

Verlust von Fauna und Flora durch das Insektensterben

Insekten sind Grundlage unserer Ökosysteme. Durch das Insektensterben sind auch Pflanzen und andere Tiere gefährdet:

Gefahr für andere Tiere

Insekten stehen weit am Ende der natürlichen Nahrungskette. Sie stellen die Nahrungsgrundlage für Säugetiere, Amphibien, Reptilien und vor allem für Vögel dar. Durch das Insektensterben ist die Versorgung dieser Tiere nicht mehr gesichert und sie laufen Gefahr zu verhungern. 🐦🐸

Bedrohung für Pflanzen

Doch nicht nur für andere Tiere, sondern gerade für Pflanzen sind Insekten wichtig. Sie sorgen für fruchtbare Böden und sauberes Wasser. Fliegende Insekten sind außerdem für die Bestäubung von Pflanzen verantwortlich und halten dadurch den Fortbestand von weltweit etwa 90% aller Pflanzenarten aufrecht. Fliegen weniger Insekten, werden weniger Pflanzen bestäubt und drohen ebenfalls auszusterben. 🌻

Das kannst Du gegen das Insektensterben tun

Nachdem Du Dich jetzt ein über das Insektensterben auskennst, musst Du es aber nicht einfach hinnehmen. Du möchtest etwas dagegen tun und den kleinen Tierchen helfen? Wir haben hier drei Tipps für Dich, wie du dem Insektensterben entgegenwirken kannst:

In der Bio-Landwirtschaft verzichten die Landwirte auf gefährliche synthetische Pestizide und Dünger. Insekten können so leichter auf Feldern überleben. Außerdem bieten gerade kleine Höfe oftmals durch Brachflächen und Obstwiesen einen vielfältigen Lebensraum. Vielleicht kennst Du ja auch einen tollen Bio-Hof mit einer Obstwiese in Deiner Nähe, bei dem Du einkaufen kannst? Falls nicht, gibt es in den Supermärkten oft ein großes Angebot. Wie Du dort den Überblick über alle Siegel behältst, erfährst Du >hier.

Du hast selbst einen Garten, einen Balkon oder Blumentöpfe am Fenster? Das hilft den Insekten oftmals sehr. Versuche dabei auf künstlichen Pflanzenschutz und Dünger zu verzichten. Du bist gegen das Insektensterben, aber möchtest dann auch nicht, dass Dir die kleinen Tierchen alles zerfressen? Völlig verständlich! Du kannst Insektizide ganz einfach und natürlich selbst herstellen, so hilfst Du Dir, Deinen Pflanzen und den Insekten. Tipps und Rezepte findest du zum Beispiel >hier.

Durch das Eingreifen in die Natur und den Klimawandel sind nur noch wenig Lebensräume übrig. Du kannst das Insektensterben vermindern, in dem Du ihnen den Lebensraum zurück gibst. Zum einen kannst Du ein Insektenhotel bauen, in dem sie sich wohlfühlen und genug Nahrung haben. Anleitungen zum selbst bauen findest Du unter anderen >hier. Zum anderen kannst Du Wildblumen anpflanzen. Entscheide Dich einfach für die entsprechenden Samen und verwandle Dein Fensterbrett, Deinen Balkon oder Deinen Garten in ein Insektenparadies.

Insekten helfen – Blühwiesen pflegen

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Mehr zum Projekt

Du möchtest noch mehr tun? Wie Du Insekten und anderen Wildtieren im Frühjahr in der Stadt hilfst, erfährst Du >hier.

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Wir bedanken uns für die superschönen Fotos bei Jan Cours.

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