Schmetterlinge in Gefahr: Fakten und Tipps

Veröffentlicht am: 14.05.2021|Kategorien: Insekten & Bienen retten|9.2 Minuten Lesezeit|

Nicht nur die vielen Blumen zaubern im späten Frühling ein bisschen Farbe in die Natur,  auch Schmetterlinge erwachen besonders im April und Mai aus ihrer Winterstarre oder kriechen aus ihren Puppen.  Mit ihrer einzigartigen Verwandlung sind die Falter ein Symbol für die Unsterblichkeit. Umso makaberer ist es, dass immer mehr Schmetterlingsarten bedroht sind: Nur ein Drittel der Tag- und die Hälfte der Nachtfalterarten in Deutschland sind noch nicht gefährdet. Wir haben die wichtigsten Fakten für Dich und zeigen Dir außerdem, wie Du Dich für Schmetterlinge engagieren kannst.

Warum sind Schmetterlinge bedroht?

Auch Schmetterlinge sind leider von dem Insektensterben > betroffen. Anspruchsvollere Schmetterlingsarten, die sich beispielsweise nur von bestimmten Pflanzen ernähren oder spezielle Ansprüche an ihren Lebensraum haben, sind leichter gefährdet. Aber auch die Bestände von häufigen Arten gehen zurück. Schuld daran sind verschiedene Faktoren:

1. Klimawandel bedroht die Schmetterlinge

Mit dem Klimawandel schwindet die Biodiversität der Pflanzen. Allerdings sind es häufig ganz bestimmte Pflanzen, von denen sich die Raupen einiger Schmetterlingsarten ernähren und auf die sie somit angewiesen sind. Die Raupen des Aurorafalters fressen beispielsweise vorrangig Wiesenschaumkraut, das auf Feuchtwiesen wächst. Die gibt es aber wegen des Klimawandels immer seltener.

Ein anderer Nebeneffekt des Klimawandels sind warme Zwischenphasen schon früh im Jahr, obwohl der Frühling noch gar nicht begonnen hat. Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge und der Zitronenfalter, die ausgewachsen überwintern, werden so zu früh aus dem Winter-Modus geweckt. Wenn aber noch keine Blüten draußen zu finden sind oder erneut die Kälte einbricht, ist das für die Falter fatal.

 2. Intensive Landwirtschaft gefährdet Schmetterlinge

Monokulturen und Hochleistungsäcker ohne Grünstreifen verringern die Artenvielfalt der Pflanzen und gefährden dadurch auch die Nahrungsquelle vieler Schmetterlinge. Dazu gehören auch forstwirtschaftlich angelegte Fichten-Monokulturen, die fast alle Schmetterlingsarten meiden. Auch wegen der Überdüngung von Böden oder dem Einsatz von Pestiziden und Insektiziden schwinden bestimmte Pflanzen- und Insektenarten.

Dazu kommen die immer weiter verbreiteten gentechnisch veränderten Pflanzen. Viele davon sind so modifiziert, dass sie nicht nur Insekten töten, die direkt von ihnen fressen – auch Schmetterlinge, die sich in der Nähe von transgenen Pflanzen oder ihrer Pollen aufhalten, können in ihrer Entwicklung beeinträchtigt oder getötet werden.

 3. Schmetterlinge haben einen schwindenden Lebensraum 

Nicht nur durch immer breitere Felder wird der Lebensraum von Schmetterlingen enger, sondern auch durch die Bebauung von Freiflächen. Es entstehen immer mehr Wohn- und Gewerbegebiete und die Infrastruktur wird ausgebaut – da bleibt nicht viel Platz für wilde Grünflächen, wie sie die meisten Schmetterlinge brauchen.

Parks und Grünanlagen sind dabei zwar eine bessere Alternative, aber die exotischen Pflanzen, die darin häufig angebaut werden, sind nicht unbedingt für unsere heimischen Schmetterlingsarten geeignet.

Wie kann ich Schmetterlinge schützen?

Schmetterlingen im Alltag zu helfen, ist gar nicht so schwer. Wir haben vier Tipps für Dich! Bestimmt ist bei den vielen Möglichkeiten, die Falter zu schützen, auch etwas für Dich dabei:

Wenn Du einen Garten hast, stehen Dir alle Möglichkeiten offen, um es den Schmetterlingen so richtig gut gehen zu lassen. Auch, wenn sie sonst eher ungeliebte Gäste sind: Wenn Du ein paar Brennnesseln oder Disteln stehen lässt, freuen sich die bunten Falter mit Sicherheit. Und auch sonst sind Brennnesseln sehr nützliche Pflanzen! > 

Noch besser ist es, wenn Du gezielt Futterpflanzen für Schmetterlinge anbaust. Und das kannst Du auch ganz einfach auf dem eigenen Balkon tun! Viele davon sind auch für uns nützliche Kräuter:

  • Salbei
  • Minze
  • Majoran
  • Oregano
  • Thymian
  • Dill
  • Knoblauchsrunke

Weitere Schmetterlingspflanzen sind:

  • Lavendel
  • Veilchen
  • Sommerflieder
  • Flockenblumen
  • Natternkopf
  • Nachtkerze

Eine ausführliche Übersicht an schmetterlingsfreundlichen Pflanzen zum Anbauen findest Du hier >.

Im Frühjahr packt Dich schon der Tatendrang und du möchtest das alte Laub und die toten Blütenstängel endlich aus dem Garten entfernen? Warte noch etwas ab, denn die Kokons, in denen sich immerhin ca. 20% der Schmetterlinge verpuppen, überwintern gern an Pflanzenstängeln oder in der Erde. Das alte Laub bietet ihnen also den nötigen Schutz, um gut in den Frühling zu kommen. 

Auch Schmetterlinge, die sich nicht verpuppen, brauchen einen geschützten Ort zum Überwintern: Sie freuen sich über alte Reisig- und Steinhaufen oder Kletterpflanzen. Hier >  findest du eine Anleitung, um auch Insektenhotels selbst zu bauen! Solltest Du im Winter einen Schmetterling finden, lasse ihn auf jeden Fall in Ruhe und halte ihn von Wärme fern.

Achte beim Einkauf von Lebensmitteln möglichst darauf, das beim Anbau nicht gespritzt und gedüngt wurde. Durch Bio-Siegel kannst du verantwortungsbewusste Landwirtschaft erkennen.

Einige Schmetterlingsarten fliegen im Sommer nach Süden. Sollte Dir ein erschöpfter Falter über den Weg flattern, kannst Du dem Wanderer ganz einfach eine kleine Stärkung geben: Mit Zuckerlösung, Malzbier oder einer Orangenscheibe.

Welche Projekte zum Schutz von Schmetterlingen gibt es?

Für Dich hört es im eigenen Garten noch nicht auf mit dem Schmetterlingsschutz? Auf unserer Seite > findest Du außerdem spannende Projekte, in denen Du Dich engagieren kannst:

1. Projekt “Heimat für Schmetterlinge”

Packe an und hilf beim nächsten Aktionstag des BUND mit, die Flächen zu mähen und Büsche zu entfernen. Damit schaffst Du neue Lebensräume und hilfst der Artenvielfalt!

Mehr zum Projekt

2. Projekt “AG Schmetterlinge”

Nur was man kennt, kann man auch schützen! Mit der AG Schmetterlinge erweiterst Du Deine eigene Artenkenntnis, damit Du die Falter richtig auseinanderhalten und ihnen helfen kannst!

Mehr zum Projekt

Finde jetzt Dein Engagement für den Artenschutz!

Werde jetzt aktiv und leiste Deinen Beitrag im Schmetterlingsschutz! 

Du willst Dich auch für andere Tier- und Pflanzenarten engagieren? Schau doch mal bei unserer Engagement-Plattform GoNature > vorbei. Dort findest Du viele spannende Projekte im Natur- und Artenschutz. Wir freuen uns auf Dich!

Für das Titelfoto von einem gemeinen Bläuling bedanken wir uns bei dem Fotografen Micha Trillhaase – zu finden auf Instagram unter @michatrillhaase_fotografie und auf Facebook unter @michael.trillhaase.

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Los geht's!
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