Nistkasten selbst bauen: GoNature Anleitung

Veröffentlicht am: 16.03.2022|Kategorien: Vögel schützen|10.4 Minuten Lesezeit|

Nistkästen selbst bauen ist voll aufwendig und kompliziert? Quatsch mit Soße! In diesem Blogbeitrag werden wir Dir alles rund um Nistkästen erklären, wozu sie gut sind und wie Du sie ganz simpel bauen kannst, ohne der:die beste Handwerker:in zu sein! Also warum nicht einfach den Vögeln in Deinem Garten eine Freude bereiten und einen Nistkasten für die Brutzeit im Frühling an Deinem Haus aufhängen?

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Was ist ein Nistkasten?

Zu sehen ist ein bunter Niatkasten.

Im Frühling beginnt für viele Vögel in Deutschland die Brutzeit. Nistkästen sind von Menschen gebaute Nisthilfen für diese Vögel. Anders als Vogelhäuser sind sie jedoch nicht “offen” gebaut, sondern komplett geschlossen, mit einem einzigen kleinen Zugang zum Hohlraum, in dem die Vögel ihre Brut aufziehen können. Es gibt unterschiedlichste Arten von Nistkästen: Für Freibrüter, wie z.B. der Zaunkönig, wurde eine spezielle kugelförmige Nisthilfe entwickelt, welche seinem natürlichen Neststil ähneln soll.
Drei weitere Arten von Nistkästen findest Du hier:

Die Nistkästen für diese Arten sind die verbreitetsten und bekanntesten Formen von Nistkästen hier. Hans Freiherr von Berlepsch (1857-1933) entwickelte diese Form der Nisthilfe und sorgte somit für einen großen Auftrieb des Vogelschutzgedanken! Diese Nisthilfen entwickelte er nach dem Vorbild der natürlichen Spechthöhlen und stimmte seine Erfindung auf verschiedene Vogelarten in unterschiedlichen Größen ab.

Nischenbrüter Nistkästen haben einen größeren Bruterfolg, wenn Du 2 etwa 32x50mm große Einfluglöcher hinzufügst. Traditionell werden sie mit Holzbrettern gebaut. Dieses Material, ist jedoch mittelfristig sehr witterungsanfällig und kann der Brut somit keinen Schutz mehr bieten. Deswegen werden seit einigen Jahrzehnten Nistkästen oft aus Holzbeton (Gemisch aus Sägemehl und Zement) gebaut, welches länger dem Wetter standhalten kann.

Zu diesen Vogelarten gehören beispielsweise die Eisvögel und Uferschwalben. Die speziellen Nistkästen für Tunnel- oder Röhrenbrüter haben einen röhrenförmigen 20-30 cm langen Eingang. Die speziellen Bedürfnisse variieren jedoch von Art zu Art und müssen angepasst werden,damit Du ein gutes Brutergebnis erzielen kannst.

Für Ziervögel, gibt es Nistkästen im Handel zu kaufen. Sie bestehen ebenfalls wie viele andere Nistkästen am Außenbereich aus Holz, Ton oder Kunststoff. Ziervögel finden in ihren Käfigen jedoch logischerweise kaum Material für den Nestbau, weshalb auch integrierte Nester im Handel erhältlich sind.

Wozu gibt es Nistkästen?

Ein Vogel kommt aus einem Nistkasten und hält etwas im Schnabel.

Höchstwahrscheinlich hast Du schon herausgefunden, dass Nistkästen viele Vögel in der Brutzeit unterstützen. Doch warum es sie gibt und wieso sie so wichtig für die Tiere sind, hat noch mehr Gründe, welche wir Dir hier aufgelistet haben:

Nistkästen sind eine große Hilfe für Vögel ihre Brut im Frühling etwas gefahrloser aufziehen zu können. Der für die Art ideale Nistkasten sorgt zum einen für beste Bedingungen für den Vogelnachwuchs und schützt die Brut vor natürlichen Gefahren, wie z.B. Marder, indem das Einflugloch verzogen errichtet ist. So kann der Marder die Brut im Nistkasten nicht mehr mit seiner Pfote erreichen.

Insbesondere in Großstädten fehlen Vögeln oft die passenden Nistmöglichkeiten und Nahrungsquellen. Alte Bäume mit Höhlen oder altes Gemäuer mit Ritzen und Nischen findet man heutzutage in vielen Gebieten viel zu selten. Du kannst den Vögeln in ihrer Wohnungsnot ein wenig helfen, indem Du einen Nistkasten für sie in Deinem Garten bereit stellst.

Du hilfst Vögeln und auch anderen Tieren sogar noch mehr, wenn Du den Nistkasten bereits im oder sogar vor dem Winter anhängst. Denn so ein Nistkasten bietet Vögeln und sogar kleinen Säugetieren und Insekten Schutz vor der Kälte im oft so eisigen Winter.

Immer weniger Vögel fliegen wegen des Klimawandels in den Süden, doch auch wenn unsere Winter immer wärmer werden, gibt es doch oft Nächte mit eisigen Temperaturen. Nistkästen können vielen Tieren im Winter das Leben retten und außerdem können sich die Vögel im Winter schon mit ihrem neuen Nistplatz vertraut machen.

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Wie kann ich einen eigenen Nistkasten bauen?

Zu sehen ist eine Bohrmaschine, mit der ein Loch in Holz gebohrt wurde.

Jetzt bist Du dran! Greif unseren Vögeln ein wenig unter die Flügel und bau ihnen ein schönes Zuhause. Wir zeigen Dir in einzelnen Schritten wie es funktioniert. Hier die Anleitung, um Deinen eigenen Nistkasten (für Höhlen- oder Nischenbrüter) zu bauen:

Kaufe das Material

Um einen Nistkasten zu bauen, brauchst Du natürlich zuerst das richtige Material. Wir empfehlen Lärchenholz. Es sieht optisch schön aus und hält eine halbe Ewigkeit! Natürlich ist das kein Muss und Du darfst beim Material gerne das Holz nehmen, das Dir gefällt. Das kannst Du Dir ganz einfach im Baumarkt für wenig Geld kaufen und zurecht schneiden lassen. Am besten lässt Du Dir auch im Baumarkt direkt die benötigten Löcher zum Durchstecken bohren. Die Größen und Maße sind in den folgenden Schritten aufgelistet! Alles, was Du brauchst:

  • Holzplatten
  • Schrauben/Nägel
  • Bohrmaschine/Hammer

Baue das Gehäuse

Beim NABU findest Du die richtigen Maße für einen Nistkasten. Wenn Du die Holzplatten in den richtigen Maßen bereit liegen hast, kannst Du nun anfangen die einzelnen Teile zu verschrauben.

Bestimme die Größe des Einfluglochs

Für welche Vögel soll sich Dein Nistkasten eignen?
-> Kleinere Singvögel? Dann bohr am besten ein 28er Loch!
-> Wenn Du lieber Meisen in Deinem Nistkasten haben möchtest, dann eignet sich ein 32er Loch.
Informiere Dich gut über die Vogelarten und bringe in Erfahrung, welche Lochgrößen geeignet sind. Das Loch sollte außerdem mind. 15 cm Abstand zum Boden haben – so hat es einen größeren Abstand zum Loch und Räubern wird es erschwert, an die Brut zu kommen.

Setze Dich an den Feinschliff

Versuche möglichst alle Kanten abzuschleifen, damit die Tiere sich nicht verletzen. Ganz wichtig ist ebenfalls, dass es möglich ist, den Nistkasten zu öffnen. Es sollte entweder das Dach abnehmbar oder die Vorderseite aufklappbar sein, damit Du das Haus im Sommer einmal sauber machen kannst. Sonst könnte Dein schönes Zuhause zu Krankheit und Tod seines nächsten Bewohners führen.

Hänge Deine Nistkästen auf

Das Vogelhaus sollte im besten Fall wetterabgewandt in südöstlicher Richtung aufgehängt werden und nicht der prallen Sonne ausgesetzt sein. Die Höhe sollte im Normalfall zwischen 2-3 Meter betragen.

Videotutorials

Du magst es lieber anschaulich? Kein Problem: Wir haben zwei tolle Video-Anleitungen für Dich rausgesucht: In diesem Video findest Du die wichtigsten Infos. Falls Du handwerklich schon etwas Erfahrung mitbringst, ist diese Video-Anleitung bestimmt etwas für Dich!

Lust auf mehr Engagement?

Nistkästen sind unglaublich hilfreich für unsere Vögel und viele andere Tiere. Wir hoffen dieser Beitrag hat Dir gefallen und Dich motiviert einen eigenen Nistkasten zu bauen!

Möchtest Du gerne erst einmal mehr Input zum Thema und Dir hat dieser Blogartikel gefallen? Passend zum Thema Nistkästen haben wir auch ein DIY zum Thema Vogelfutter selber machen für Dich. Oder interessierst Du Dich für das Thema Frühheimkehrer? Dann lies diesen Artikel!
Auf GoNature findest Du außerdem viele weitere Projekte rund um den Natur- und Artenschutz!

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