So kannst Du Fledermäuse in Deutschland schützen

Veröffentlicht am: 13.08.2021|Kategorien: Tieren helfen|13.7 Minuten Lesezeit|

Fledermäuse sind für uns Menschen, trotz aller Gerüchte, nicht gefährlich. Zumindest nicht, wenn wir sie nicht ärgern. Die einzige Gefahr, die in Deutschland von Fledermäusen ausgeht, ist die Krankheit Tollwut. So klein die Gefahr von Fledermäusen ist, so groß ist sie allerdings für Fledermäuse. Fast alle der 25 in Deutschland lebenden Arten sind gefährdet. Einige sind sogar stark vom Aussterben bedroht. Doch Du kannst jetzt etwas für Fledermäuse tun und ihnen helfen! Wie das geht und warum sie eigentlich bedroht sind, erfährst Du hier. Außerdem haben wir noch wissenswerte Fakten für Dich gesammelt.

  1. Fledermäusen helfen
  2. Gefahr für Fledermäuse

Wie kannst Du Fledermäusen helfen?

Eine verletzte Fledermaus liegt in einer Hand. So kannst Du Fledermäuse unterstützen

Du musst nicht dabei zusehen, wie Fledermäuse um ihr überleben kämpfen, sondern kannst Dich jetzt aktiv für die bedrohten Tiere einsetzen! Wir haben 4 Tipps für Dich gesammelt:

1. Baue Quartiere für Fledermäuse

Fledermäuse finden kaum noch Möglichkeiten, um zur Ruhe zu kommen. Unterstütze sie , indem Du ihnen ein Quartier zur Verfügung stellst. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Du kannst Fledermauskästen aufhängen, Fledermausbretter anbringen oder Deinen Dachboden zur Verfügung stellen. Wir erklären dir wie das geht:

Fledermauskästen am Haus oder im Garten bieten den Tieren einen geeigneten Unterschlupf zum Schlafen oder sogar für den Winter. 

Du kannst Fledermauskästen kaufen oder selbst bauen. Wenn Du Dich fürs kaufen entschieden hast, findest Du geeignete Kästen beispielsweise im NABU-Shop. Fürs selber basteln, findest Du hier > eine Bauanleitung für Deinen Fledermauskasten.

Um Deinen Fledermauskasten richtig aufzuhängen, solltest Du Folgendes beachten:

🦇 Bringe 3 bis 5 Kästen dicht beieinander an

🦇 Der Kasten muss möglichst hoch hängen, mindestens drei Meter hoch

🦇 Fledermäuse sollten einen freien Anflug haben

🦇 Geeignet sind Hauswände, besonders  Wände, die Richtung Süden ausgerichtet sind

Fledermausbretter, bestehen aus ca. 3cm dicken Holzbrettern und dienen den Fledermäusen zum Ruhen. Du kannst jedes Brett, das den Kriterien entspricht hernehmen, solltest allerdings Folgendes beachten: 

🦇 Das Holz darf nicht imprägniert oder lackiert sein

🦇 Das Holz sollte innen rau bleiben 

🦇 Dichtungsbänder an den Auflageflächen zur Hauswand verhindern Zugluft

🦇 Das Brett sollte mindestens 2 Meter über dem Boden angebracht werden

🦇 Als Orte eignen sich Südwände eines Hauses

Um ungestört zu Ruhen und zu Überwintern, eigenen sich Dachböden besonders gut. Viele Fledermäuse werden leider aus Aberglaube oder Angst vertrieben. Mache jetzt Deinen Dachboden zur Fledermausoase und  schenke den Tieren ein Quartier. 

Damit die Fledermäuse auf den Dachboden gelangen können, solltest Du ihnen den Einflug ermöglichen. Im Idealfall sind die Einflugschnitze 2 bis 5 cm hoch und 30 bis 50 cm breit. Du kannst auch aus den Dachpfannen mit Entlüftungsschlitzen die Siebe entfernen. Wichtig: Mache dies bitte nicht ohne Einverständnis oder Absprache mit dem Hauseigentümer!

Auf dem Dachboden selbst kannst Du Hängeplätze freilassen oder einrichten. Dazu musst Du eigentlich nicht viel tun, außer zu schauen, dass eine Stange oder eine Latte verfügbar ist. 

Für Nischenbewohner kannst Du außerdem Bretter am Kamin oder Balken anbringen. Die Maße dazu, sind die gleichen wie bei Fledermausbrettern (siehe oben.).

Solltest Du mitbekommen, dass ein Fledermausquartier – bei Dir oder woanders – gefährdet ist, informiere bitte die Naturschutzbehörde in Deinem Landkreis oder Deiner Stadt. Die Kontaktdaten findest Du schnell und einfach im Internet. Wohnst Du in Berlin, findest Du hier > Deine:n Ansprechpartner:in.

 2. Gestalte Deinen Garten Fledermausfreundlich

Gestalte Deinen Garten Insektenfreundlich, um Fledermäuse anzulocken und sie zu unterstützen.   Insekten sind nämlich die Lieblingsspeise von Fledermäusen und bieten eine Nahrungsquelle. Hierfür kannst Du Deinen Garten artenreich und naturnah gestalten. Mehr Tipps für einen Fledermausgeeigneten Garten findest Du hier >.

 3. Gehe richtig mit Fundtieren um

Fledermäuse zu fangen ist strafbar. Anders ist es allerdings, wenn Du ein verletztes Tier oder ein alleingelassenes Jungtier findest. Wie Du Jungtiere von erwachsenen Fledermäusen unterscheiden kannst, erfährst Du hier >

Solltest Du eine verletzte Fledermaus gefunden haben, solltest Du auf jeden Fall zuerst eine:n fachkundige:n Expert:in zur Hilfe holen. Du kannst dafür beim Fledermaustelefon des BUND, NABU oder dem Fledermausschutz anrufen. Hier bekommst Du weitere Informationen, wie Du handeln sollst. 

Allgemein gilt allerdings:

🦇 Fasse Fledermäuse niemals mit der bloße Hand an! Lässt sich das Anfassen nicht vermeiden, solltest Du Handschuhe tragen.

🦇 Musst Du das Tier transportieren, eignet sich ein Karton mit Luftlöchern und Versteckmöglichkeit, wie z.B ein Tuch. Sprich dies bitte vorher auch mit den Expert:innen am Telefon nochmal ab.

🦇 Du kannst Fledermäusen eine Schale Wasser anbieten. Aber Achtung! Füttern sollten sie nur fachkundige Personen.

Wie Du mit anderen verletzten Wildtieren umgehst, zeigen wir Dir  hier >.

 4. Engagiere Dich in Projekten

Du möchtest noch mehr für Fledermäuse tun? Wie wäre es denn mit einem dieser Projekte? Hier kannst Du mit Expert:innen zusammenarbeiten, um die Tierchen zu schützen.

Unterstütze den AK Fledermäuse

Hilf dem NABU Leverkusen beim Aufhängen, der Kontrolle und der Säuberung von Nistkästen, der Information über die Tiere, Exkursionen oder vielen anderen Tätigkeiten!

Mehr zum Projekt
Eine Fledrmaus kauert auf einem Holz

Engagiere Dich beim BUND Steinbachtal und zähle Gebäudequartiere, kartiere Arten oder führe andere tolle Aktionen aus!

Mehr zum Projekt
Fledermäuse vor grauen Hintergrund

Unterstütze den NABU Karlsbach-Waldbronn bei der Artenaufnahme, Auswertung und Schutzmaßnahmen.

Mehr zum Projekt

Warum sind Fledermäuse eigentlich bedroht?

Eine Fledermaus fliegt wie alle Fledermäuse durch die Nacht

Fledermäusen zu helfen ist wichtig, da sie bedroht sind. Aber woran liegt das eigentlich?  Was genau stellt eine Gefahr für die Fledermäuse dar?

1. Der Nahrungsmangel macht Fledermäusen zu schaffen

Du hast bestimmt schon mal etwas vom Insektensterben gehört oder? Da Insekten die Hauptnahrungsquelle von Fledermäusen sind, leiden auch diese enorm darunter.

2. Vergiftungen machen die Fledermäuse krank

Der Einsatz von Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft und auch in Gärten ist gestiegen. Dadurch gehen nicht nur die Insekten zurück, sondern die übrigen Insekten sind oft durch die Gifte kontaminiert. Fledermäuse nehmen diese Gifte durchs Fressen der Insekten auf und erleiden erhebliche Schäden. Um dies zu vermeiden, kannst Du beispielsweise Teil einer Solidarischen Landwirtschaft werden, die auf Pestizide verzichtet.

Auch Holzschutzmittel auf Hangplätzen und Gebäuden können Fledermäusen schaden. Die Flugtiere nehmen diese über die Haut, durch ihre Körperpflege oder die Atemluft auf und vergiften sich so.

3. Schwund von Biotopen und Quartieren führt zu Verlust von Lebensraum für Fledermäuse

Ein wichtiger Faktor für den Rückgang des Fledermausbestandes ist der Verlust von Lebensräumen. 

Naturschutzgebiete und Biotope nehmen ab, alte Bäume als Unterschlupfmöglichkeiten gehen zurück. Fledermäuse haben in der freien Natur immer weniger Möglichkeiten, sich auszuruhen.

Auch die Quartiere in Siedlungen werden immer seltener. Dachböden werden ausgebaut und abgedichtet, Kirchen und Schlösser werden unbewohnbar gemacht. Fledermäuse sind allerdings auf solche Quartiere angewiesen um zu überwintern und ihre Jungen zur Welt zu bringen. Deshalb ist es umso wichtiger, ihnen neue Möglichkeiten anzubieten.

4. Hitzewellen können junge Fledermäuse töten

Durch den Klimawandel werden die Sommermonate immer heißer. Dies stellt gerade für den Nachwuchs der Fledermäuse eine große Gefahr dar. Können die Tiere dann nicht in kältere Quartiere ausweichen, erliegen viele Jungtiere der Hitze, noch bevor sie flügge werden.

5. Windräder stellen eine Gefahr für Fledermäuse dar

Auch Windräder sind laut einem Bericht der deutschen Wildtierstiftung eine Bedrohung für Fledermäuse. Zum einen schlagen die Rotorblätter oft so schnell, dass die Fledermäuse sie nicht rechtzeitig orten können und ihnen zum Opfer fallen. Zum anderen kann die Verwirbelung der Luftströme und der Druckabfall hinter den Rotorblättern zu einem sogenannten Barotrauma führen. In diesem tragischen Fall platzen die Organe der Fledermäuse, was sie nicht überleben.

Fledermäuse sind allerdings nicht die einzigen Tiere, die unter Windrädern leiden. Erfahre hier > mehr zum Konflikt.

Lust auf mehr Engagement?

Du möchtest lustige oder interessante Fakten zu Fledermäusen kennenlernen? Dann schau doch mal bei den Infos des NABU, der Deutschlandkarte oder den Die Fledermaus: 10 faszinierende Fakten über Fledermäuse – PETA …Infos von Peta vorbei. 

Um Dein Wissen über Fledermäuse zu testen, kannst Du außerdem ein tolles Quiz machen.

Hast Du Lust, Dich nicht nur für Fledermäuse, sondern auch andere Wildtiere einzusetzen? Du möchtest Dich allgemein für den Natur- und Artenschutz engagieren? Auf GoNature.de findest Du außerdem viele weitere Projekte rund um   den Natur- und Artenschutz!

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