Während der Corona-Quarantäne haben viele von uns ihren grünen Daumen entdeckt. Auf Instagram nehmen uns alte Schulfreund*innen beim Kauf ihrer ersten Zimmerpflanze mit oder lassen uns ihre wuchernden WG-Zimmer bewundern. Urban Jungle – Endlich mal ein umweltfreundlicher Trend, oder? Wir zeigen dir, wie umweltfreundlich dieser Trend wirklich ist und worauf Du bei einem nachhaltigen Pflanzenkauf achten solltest.

Wie ökologisch ist der Urban Jungle wirklich?

Leider ist die Sache mit dem Urban Jungle und unserer Umwelt nicht ganz so einfach wie es sich anhört. Doch gute Neuigkeiten für alle Pflanzenliebhaber: Die ökologische Variante ist bei Zimmerpflanzen sogar ausnahmsweise auch die günstiste! Wie nachhaltig und ökologisch bestimmte Zimmerpflanzen wirklich sind und worauf ihr bei Eurem Urban Jungle achten solltet, erfahrt ihr in dieser PULS-Reportage.

5 Tipps für Deinen grünen Urban Jungle

1. Tipp: Einheimische und regionale Pflanzen sind besser!

Wie bei vielen Produkten gilt auch bei Pflanzen: Vorsicht bei exotischen Arten! Beliebte grüne Schönheiten wie die Monstera oder Drachenbäume werden häufig als Jungpflanzen nach Europa verschifft. Neben des energieintensiven Transports werden die Pflanzen in ihren Herkunftsländern zum Leid von Arbeiter*innen und Umwelt oft mit vielen Pestiziden behandelt. Einige dieser Mittel sind in Deutschland sogar illegal!

Der Angabe über das Herkunftsland auf dem Pflanzenpass kann man leider oft nicht trauen – steht auf dem Label zum Beispiel der Herkunftsort Niederlande, so kommt der exotische Steckling oft aus entfernten Ländern über die Niederlande zu uns.

2. Tipp: Achte beim Pflanzenkauf auf Biolabels von Demeter, Bioland und Naturland!

Glücklicherweise erfreuen sich Bio-Produkte in deutschen Küchen immer größerer Beliebtheit  – in unsere Urban Jungles schaffen sie es jedoch nur selten. Nur 1,7 % aller Zierpflanzen in Deutschland sind “Bio”, unter anderem weil die Nachfrage dafür so gering ist. Das Problem mit den gängigen Pflanzen? Wie auch beim Thema Herkunft ist es die intensive Nutzung von Pestiziden.

3. Tipp: Hände weg von Torf! 

Vorsicht: Selbst in „torfreduzierter“ Erde ist oft noch bis zu 50% Torf enthalten! Torf besteht aus unvollständig zersetzten und konservierten Pflanzenresten und ist daher super für unsere Pflanzen. Auf der Kehrseite ist Torf jedoch leider sehr schädlich für unsere Umwelt und unser Klima. Er wird in Mooren, vor allem in Russland, aber auch in Deutschland, abgebaut. Dadurch gehen wichtige Lebensräume für Flora und Fauna verloren. Die Moore nehmen außerdem eine zentrale Rolle im Kampf gegen den Klimawandel ein: Sie fungieren als CO2-Speicher. Hier kannst Du mehr über die Schäden durch den Abbau und die Verwendung von Torf erfahren.

4. Tipp: Kaufe einen langlebigen Topf aus Keramik oder Terracotta!

Töpfe können vor allem durch ihr Material oder ihre Qualität der Umwelt zur Last fallen. Billige Töpfe können leicht kaputtgehen. Plastik- oder Metalltöpfe können sich schnell aufheizen, weshalb wir Dir von deren Kauf abraten. Sei auch vorausschauend in Sachen Stil: Wird Dir das Muster oder die Farbe auch in zwei Jahren noch gefallen?

5. Tipp: Kaufe Deine Pflanzen Secondhand, ziehe Ableger oder tausche statt neu zu kaufen!

Zum Ende haben wir gute Neuigkeiten: Unser letzter Tipp kostet Dich wenig bis gar nichts und ist dabei noch mit viel Spaß verbunden. Und so geht’s:

Das 1. Stichwort lautet: Second Hand. Nutze, was es schon gibt, statt neu zu kaufen! Es gibt schier endlos viele Möglichkeiten, wie Du Deine Wohnung mit wenig Geld in ein grünes Zimmerpflanzen-Paradies verwandeln kannst. Schau einfach mal bei Ebay Kleinanzeigen oder in Facebook-Gruppen vorbei. Dort findest Du oft eine große Auswahl exotischer und einheimischer Pflanzen für kleines Geld.

Das zweite Stichwort lautet: Ableger ziehen. Wie auch in der Wildnis ist praktisch jede Pflanze in der Lage, sich selbst zu vermehren. Informiere Dich ganz einfach im Internet darüber, wie Du von Deiner Pflanze einen Ableger nimmst. Diesen kannst Du dann entweder selbst großziehen oder  gegen die Pflanze Deiner Begierde auf Pflanzentauschbörsen umtauschen!

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