Food Waste: Das kannst Du dagegen tun

Veröffentlicht am: 02.11.2021|Kategorien: Nachhaltig leben|10.9 Minuten Lesezeit|

Würdest Du ein Drittel Deines Wocheneinkaufs direkt in den Müll werfen? Sicher nicht. Statistisch gesehen landet genau diese Menge irgendwann ungenutzt in der Tonne. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden weltweit jährlich rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Allein bei uns in Deutschland wandern jährlich etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll. Das sind ungefähr 75 Kilogramm Food Waste pro Kopf.

Ob die zu groß geratene Portion Nudeln im Restaurant, das Obst, das für den Supermarkt nicht schön genug war oder der schlecht gewordene Käse im eigenen Kühlschrank – die vielfältigen Gründe für Lebensmittelverschwendung finden sich überall zwischen Produktion und Endverbraucher:in. Mit Deiner Hilfe kann ein Teil dieser Verschwendung vermieden werden! Wir zeigen Dir, wie es geht.

5 Tipps gegen Food Waste

Eine Kiste mit geretteten Lebensmittel. Menschen engagieren sich gegen FoodWaste

1. Engagiere Dich in Projekten gegen Food Waste

Ob Robin Foods Lastenradgruppe für Lebensmittelrettung in Wien oder aus Betrieben gerettete Lebensmittel vom EssensRetter aus Köln – es gibt viele Möglichkeiten für Engagement gegen Food Waste. Das Hauptaugenmerk liegt schließlich darauf, Lebensmittel nicht in den Abfall zu werfen, sondern sinnvoll aufzubrauchen.

Mach jetzt mit und engagiere Dich gegen das Wegwerfen genießbarer Lebensmittel!

Auf dem Foto sind jede Menge Lebensmittel wie Karotten, rote Zwiebeln, Lauchzwiebeln, Butterkürbisse, rote und grüne Chilischoten sowie grüne Bananen zu sehen.

Auf die Lastenräder, fertig, los! Engagiere Dich bei Robin Food und hilf mit, Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten, um Food Waste zu stoppen.

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Auf dem Foto ist eine gut gefüllte Obst und Gemüse Abteilung eines Supermarktes zu sehen: Tomaten, Trauben, Orangen, Brokkoli und vieles mehr.

Rette noch genießbare oder verwertbare Lebensmittel, Tiernahrung, Pflanzen oder Non Food Artikel mit EssensRetter!

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2. Kaufe richtig ein

Lebensmittelverschwendung beginnt mit Deinem Einkauf. Wir empfehlen: Die gute alte Einkaufsliste. Plane bewusst, welche Mengen Du wirklich benötigst und verwenden kannst. Achte außerdem darauf, zu möglichst saisonalen und regionalen Lebensmitteln zu greifen. Hier entsteht weniger Food Waste während des Transports.
Bei Aktionen wie „Krumme Dinger“ von ALDI oder „Naturgut Biohelden“ von Penny kannst Du übrigens Obst und Gemüse kaufen, das aufgrund seines fehlerhaften Aussehens entsorgt werden würde.

3. Lagere Lebensmittel richtig und mache sie haltbar

Informiere Dich darüber, wie Du Deine Lebensmittel bestmöglich lagern oder verarbeiten kannst, um ihre Haltbarkeit zu verlängern.
Kartoffeln mögen es kühl und dunkel, die Packung Käse fühlt sich im Kühlschrank am wohlsten und die 2 Kilo Äpfel können problemlos zu Apfelmus verarbeitet und eingefroren werden, bevor sie verderben.

4. Vertraue Deinen Sinnen mehr als dem Mindesthaltbarkeitsdatum

Dein Joghurt oder die leckeren Oliven haben das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten? Kein Grund zur Panik! Leider werden viele Produkte kompromisslos in den Müll geworfen, obwohl sie eigentlich noch genießbar wären. Die Mobile App Too Good To Go, die sich gegen Food Waste einsetzt, hat dafür die Kampagne und das Label „Oft länger gut“ ins Leben gerufen. Sie soll vermitteln, dass es verschiedene Wege gibt, herauszufinden, ob Lebensmittel trotz überschrittenem MHD noch verzehrt werden können. So funktioniert’s:

  • Schauen: Durch einen genauen Blick kannst Du sehen, ob Dein Produkt schimmelt oder faulig aussieht.
  • Riechen: Durch Riechen am Produkt merkst Du schnell, ob das Lebensmittel normal oder bereits sauer oder faulig riecht.
  • Probieren: Wenn Du Dir immer noch unsicher bist, kannst Du einen kleinen Klecks probieren und schmecken, ob Dein Lebensmittel verdorben oder noch genießbar ist.

5. Nutze Plattformen und Apps gegen Foodwaste

Es gibt verschiedene Wege, Lebensmittel vor der Tonne zu bewahren. Ob vor Ort im Restaurant oder indirekt über eine Online-Plattform – Hauptsache weniger Food Waste! Hier findest Du 5 Apps bzw. Plattformen, mit denen Du Lebensmittel retten kannst:

Mit dieser kostenlosen App (Apple und Android) kannst Du in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Großbritannien und der Schweiz dabei helfen, ganze Tonnen von Lebensmitteln vor dem Müll zu bewahren. Dabei kannst Du durch eine Portion durchschnittlich zwei Kilogramm CO2 einsparen. Um mitzumachen, meldest Du Dich einfach in der App an, wählst ein Restaurant in deiner Nähe aus und kaufst zum kleinen Preis eine Restebox, die Du kurz vor Ladenschluss abholen kannst.

Ähnlich wie bei Too Good To Go kannst Du mit ResQ Club in Deutschland, Finnland, Schweden, den Niederlanden und Estland Lebensmittel retten. Der besondere Vorteil: ResQ Club kannst Du mit Apple, Android oder als Web-Version im Browser nutzen.

Was Du sonst eher in Form eines Angeboteregals kennst, gibt es bei SIRPLUS als ganzes Geschäft. Hier findest Du noch genießbare, aber möglicherweise schon abgelaufene oder aufgrund anderer Kriterien aussortierte Lebensmittel zu Sonderpreisen. Egal, ob vor Ort in Berlin oder im Onlineshop – mit SIRPLUS sparst Du bis zu 70 Prozent und hilfst mit beim Kampf gegen Food Waste.

Neben dem Mindesthaltbarkeitsdatum und engen Hygienevorschriften, führen auch EU-weite Normen für Obst und Gemüse zu Lebensmittelverschwendung. Dass aber nicht nur gerade gewachsene Gurken und Radieschen mit Mindestgröße schmecken, wissen mindestens all diejenigen mit eigenem Garten. Bei etepetete wird Dir genau dieses nicht normgerechte Obst und Gemüse von ausgewählten Bio-Bauern zugeschickt. Eine Box für ein bis zwei Personen kannst Du im Onlineshop ab 21,99 Euro bestellen.

foodsharing.de ist eine Internetplattform zum Verteilen von überschüssigen Lebensmitteln in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier werden sowohl von privat zu privat Lebensmittel weitergegeben (Foodsharing) als auch gewerbliche Lebensmittel abgeholt (Foodsaving), um sie über Lagerstellen von foodsharing.de weiterzugeben. Mitmachen kann jede:r – für gewerbliche Abholungen sind allerdings die Absolvierung eines Quiz und drei Einführungsabholungen mit erfahreneren Foodsavern notwendig.

Was sind die Folgen von Food Waste?

Essensreste und Gemüse liegen auf dem Boden. Ein klassisches Beispiel von Foodwaste

1. Schwierigkeiten für kleinbäuerliche Betriebe

Die Nachfrage nach Lebensmitteln steigt stetig. Das führt auf der einen Seite dazu, dass die Anbauflächen knapper werden. Auf der anderen Seite steigen die Preise für Nahrungsmittel drastisch in die Höhe. Das trifft vor allem kleinbäuerliche Landwirt:innen – sie müssen die immer höher werdenden Preise zahlen und können gleichzeitig aus den eigenen Erzeugnissen keinen Profit schlagen.

Durch Land Grabbing, also der Aneigung von Land- und Agrarflächen durch wirtschaftlich oder politisch durchsetzungsstarke Akteure, verlieren hauptsächlich kleinbäuerliche Familien ihre agrarisch nutzbaren Flächen an profitorientierte Unternehmen. Durch Ertrag bringende Pflanzen wie Soja, Mais oder Avocados (sogenannte Cash-Crops) wird Menschen vor Ort die Grundlage ihrer Ernährung geraubt.

2. Klimawandel und Armut werden beschleunigt

Weltweit leiden derzeit rund 690 Millionen Menschen an Hunger. Gleichzeitig werden enorme Mengen an Lebensmitteln zu Abfall. Das belastet nicht nur die Umwelt und das Klima, sondern stellt ein großes ethisches Problem dar. Gerade arme Länder sind von den Folgen des Klimawandels besonders stark betroffen. Auch die Verschwendung von Lebensmitteln trägt dazu bei. Rund 10 Prozent der Treibhausgase, die reiche Länder ausstoßen, haben ihren Ursprung in nicht genutzten Lebensmitteln.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge, liegen mittlerweile gut zwei Drittel der Ackerflächen, welche die Ernährung deutscher Verbraucher:innen sichern, im Ausland. Werden die Anbauflächen knapper, steigen die Preise für Lebensmittel. Das hat zur Folge, dass es Menschen des globalen Südens zunehmend erschwert wird, an Nahrungsmittel zu kommen – der Hunger steigt.

3. Wichtige Ressourcen werden verschwendet

Für die Produktion von Lebensmittel sind wichtige Ressourcen wie Energie, Wasser und Ackerflächen nötig. Landet ein Großteil der produzierten Lebensmittel im Müll, werden genau diese Ressourcen, die in anderen Ländern dringend benötigt werden, verschwendet.

4. Unser Ökosystem gerät aus dem Gleichgewicht

Durch die Rodung von Waldflächen für agrarische Nutzfläche wird der Lebensraum vieler Tiere zerstört. Das gefährdet nicht nur die Artenvielfalt, sondern sorgt für eine zunehmende Störung unseres Ökosystems.

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