Beobachte jetzt Zugvögel auf ihrem Weg in den Süden

Veröffentlicht am: 12.10.2021|Kategorien: Vögel schützen|7.8 Minuten Lesezeit|

Hast Du schon Zugvögel auf ihrer Reise in den Süden beobachten können? Um auch im Winter genügend Nahrung zu haben, ziehen die Zugvögel wenn es kälter wird in den Süden. Denn dort finden die Zugvögel ausreichend Insekten, Samen und andere Nahrungsquellen. Einige von ihnen haben sich schon in den letzten Monaten auf den Weg gemacht, während andere Zugvögel jetzt erst ihre Reise antreten. Erfahre in diesem Blogartikel mehr darüber, welche Zugvogelarten in den Süden fliegen und wo Du die Zugvögel am besten beobachten kannst.

Welche Zugvögel sind die häufigsten?

Ein Buchfink mit orangenem und braunem Gefieder sitzt auf einem Ast. Im Hintergrund sind weiter Äste zu sehen.

Der Weg Richtung Süden ist nicht für alle Vogelarten gleich lang. Die Vögel legen unterschiedlich lange Strecken zurück. Dabei wird unterschieden zwischen Kurzstreckenzieher und Langstreckenzieher. Möchtest Du wissen, was der Unterschied ist? Wir erklären es Dir!

Der Unterschied zwischen Kurzstreckenzieher und Langstreckenzieher

Zugvögel, die in der Regel mehr als 4000 Kilometer von ihren Brutgebieten zurücklegen, werden als Langstreckenzieher bezeichnet. Ihre Überwinterungsgebiete liegen südlich der Sahara. Es gibt sogar einige Vögel, die bis in die gemäßigten Zonen vom südlichen Teil Afrikas fliegen. Meistens fliegen die Langstreckenzieher in der Nacht.

Die Überwinterungsquartiere der Kurzstreckenzieher liegen maximal 2000 Kilometer weit entfernt von ihren Brutgebieten. Das ist natürlich trotzdem weit, aber im Vergleich mit anderen Vogelarten ist dieser Weg recht kurz. Vögel aus Nordeuropa fliegen häufig an die Atlantikküste, nach Großbritannien oder nach Mitteleuropa, um dort zu überwintern. Mitteleuropäische Vögel haben ihr Winterquartier meistens im Mittelmeerraum. Es ist selten, dass die Zugvögel über Mittelmeer fliegen.

Einige der Vögel lassen sich in Deutschland beobachten. Wir zeigen Dir 6 Zugvögel, die in Deutschland am häufigsten zu beobachten sind:

Die Graugänse sind oft gemeinsam mit Bläss- und Saatgänsen unterwegs, diese gesellen sich im Herbst aus der Tundra zu den Graugänsen. Unterscheiden kannst Du Graugänse von den anderen an ihrem helleren, grauem Gefieder. Die Graugänse fliegen in einer V-Linie Richtung Westeuropa und dem Mittelmeerraum.

Der Kranich fliegt in einem großen Schwarm in den Süden. Auch die Kraniche nutzen die Vorteile der V-Formation, die den Vogel an der Spitze die meiste Energie kosten, während die Vögel in den hinteren Reihen ihre Energie sparen können. Deshalb wechseln sich die Vögel in der V-Formation ab. Eine große Ansammlung an Kranichen gibt es abends bei ihren Schlafplätzen.

Die Feldlerche gehört eigentlich überwiegend zu den Standvögeln. Aber nördliche und mitteleuropäische Feldlerchen fliegen im Herbst Richtung Süden. Auch die Feldlerchen machen sich gern mit anderen Vögeln, wie Finken und Ammern auf den Weg über Stoppelfelder und Grassteppen.

Zu den Standvögeln gehört auch der Bartgeier, der nach langer Zeit nach Deutschland zurückkehren soll. Erfahre in unserem Blogbeitrag noch mehr darüber, hier > entlang!

Den Star kannst Du im Herbst an seinem weiß getupften Federkleid besonders gut erkennen. Leider werden die großen Starentrupps, die man sonst auf dem Feld und an Schlafplätzen wie Gebäuden oder in Schilfgebieten beobachten konnte, immer weniger.

In Mitteleuropa sind Buchfinken Standvögel, da sie auch im Winter genug Nahrung finden. Die Hälfte der Buchfinken brütet jedoch in Nord- und Osteuropa und in einem großen Schwarm fliegen diese wenn es kälter wird in den Süden. Der Buchfink ist die häufigste Vogelart in Europa. Die Brutpaare der Vogelart werden auf etwa 200 Millionen geschätzt.

Zu den Vögeln, die man in Nordeuropa auf Bergwiesen, Heiden, in der Tundra und Mooren antrifft, gehört der Goldregenpfeifer. Goldregenpfeifer kannst Du von August bis Oktober an der Küste und auch hinter dem Deich beobachten. Die Vögel haben ihre Winterquartiere in Südwest- und Südeuropa auf Wiesen und Feldern.

Es ist ein blauer Teich zu sehen. Rundherum ist gelbe Natur und grünes Gras. Im Hintergrund stehen grüne Bäume.

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Wo kannst Du Zugvögel beobachten?

Ein Kleiber mit weißem und blauen Gefieder sitzt an einem Baumstamm. Im Hintergrund sind Grüne Blätter zu sehen.

Viele der Zugvögel sind jetzt in großen Trupps unterwegs. Wenn du rastende Zugvögel siehst, halte unbedingt Abstand und bleib ruhig, damit Du sie nicht erschreckst. Ihre Energie brauchen die Vögel für den Flug. Die besten Orte, um Zugvögel zu beobachten, haben wir für Dich gesammelt:

Wir haben hier > die besten Tipps für Dich gesammelt, was du alles für eine ausgiebige Vogelbeobachtung brauchst!

1. Beobachte Zugvögel in Linum bei Berlin

Im Oktober und November versammeln sich in Linum über 80.000 Kraniche, bevor sie Richtung Süden ziehen. Neben Kranichen kannst Du auch Störche und Wildgänse in Linum beobachten. Das Dorf wird auch oft “Storchendorf” genannt, da viele Störche in Linum brüten. Die Vögel fühlen sich dort besonders wohl, da in Brandenburg viele flache Gewässer sind.

2. Beobachte Zugvögel am Federsee in Baden-Württemberg

Auch am Federsee finden sich Zugvögel, unter anderem viele Bartmeisen, zusammen. Wenn du gerne fotografierst, wirst du hier auch auf viele andere Fotograf:innen treffen. Die Meisen picken am See gerne den ausgelegten Sand auf. Am Federsee kannst du auch zu anderen Jahreszeiten bekannte und seltene Vögel beobachten, wie zum Beispiel die Rohrweihe. Ein weiteres Highlight sind die großen Starenschwärme, die sich abends zu gigantischen Wolken zusammentun und sich im Schilfgürtel einen Schlafplatz suchen.

3. Beobachte Zugvögel an der Nordseeküste

Die Zugvogeltage an der Nordseeküste sind ein großes Spektakel. Riesige Schwärme an Zugvögel ziehen Richtung Süden. An der Nordseeküste gibt es viele Beobachtungsmöglichkeiten, von gemeinsamen Erkundungen zu Fuß, mit Bus oder Radtouren bis hin zu einzelnen Beobachtungspunkten. Du kannst am abend beispielsweise tausende Weißwangengänse beobachten oder Watvögel, die über die Küste fliegen.

4. Nimm an vogelkundlichen Führungen teil

Du möchtest die Vögel nicht nur beobachten sondern auch noch mehr über sie erfahren? Dann nimm doch an den Bird-Watch Terminen teil, die der NABU veranstaltet. Gemeinsam mit Vogelexpert:innen und anderen Vogelfreund:innen kannst Du dort die Zugvögel sehen und zum Beispiel erfahren, wie sie sich unterscheiden lassen. Die Bird-Watch Termine findest Du bundesweit!

Lust auf mehr Engagement?

Möchtest Du gerne mehr Input zum Thema und Dir hat dieser Blogartikel gefallen? Nicht nur im Herbst sind Vögel unterwegs. Du kannst auch zu anderen Jahreszeiten Vögel in Deiner Stadt beobachten. Hier > haben wir Dir in einem Blogbeitrag alle Infos dazu gesammelt. Dir liegen die Stadttauben am Herzen und Du möchtest mehr über sie erfahren? Hier > geht’s zum Blogartikel!

Vielen Dank an Kathrin Welzer für die tollen Fotos des Kleibers und des Buchfinks. Mehr dieser schönen Bilder findet ihr auf ihrem Instagram-Kanal!

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