Kann das Fischsterben verhindert werden?

Veröffentlicht am: 26.08.2021|Kategorien: GoNature Shorts, Tieren helfen|10.3 Minuten Lesezeit|

Das große Fischsterben im Mar Menor ist schockierend. Wir erklären Dir, woran es lag, wie gefährdet deutsche Gewässer sind und was Du präventiv tun kannst!

4,5 Tonnen toter Fische wurden in nur sieben Tagen am Strand des Mar Menor (“kleines Meer”) aufgefunden. Das Mar Menor ist die größte Salzwasserlagune Europas und liegt in Spanien. Das Massensterben der Fische ist zutiefst besorgniserregend und wirft Fragen auf: Was genau ist eigentlich passiert? Kann ein Fischsterben auch in Deutschland passieren? Was können wir dagegen tun? Wir haben die Antworten auf diese Fragen zusammengetragen.

Wie kam es zu dem Fischsterben im Mar Menor?

Am Dienstag wurde bekannt, dass in Europas größter Salzwasser Lagune, dem Mar Menor in Spanien, 4,5 Tonnen tote Fische gestrandet waren. Doch wie kam es zu so einem großen Fischsterben? 

Laut Behörden und Umweltschützer:innen ist das Massensterben auf Sauerstoffmangel der Tiere zurückzuführen. Dieser wurde von hohen Temperaturen durch die Hitzewelle verursacht und von Verschmutzung des Wassers

Durch Landwirtschaft, Bodenverschmutzung und die hohen Temperaturen wurden schädliche Nährstoffe angereichert, die die Vermehrung von Algen und Bakterien begünstigten. Dieses Phänomen wird Eutrophierung genannt und verursacht den Mangel von Sauerstoff und anderen Lebensgrundlagen für die Fische im Wasser. 
Wer genau für das Fischsterben verantwortlich gemacht werden soll, ist ein großer Streitpunkt innerhalb der Regierung.

Kann so ein Fischsterben auch in Deutschland passieren? 

Zu wenig Sauerstoff im Wasser durch Algen und Bakterien, ist gefährlich für die Fische und andere Lebewesen. Aber wie sieht es in unseren heimischen Gewässern aus? Kann auch dort ein Fischsterben durch hohe Temperaturen und Verschmutzung verursacht werden? 

Die Antwort ist leider Ja. Auch hier in Deutschland kommt es durch Licht und Wärme zu einer Vermehrung von Algen. Außerdem hat auch Starkregen nach einer Trockenperiode fatale Folgen, da verschiedene Stoffe in die Gewässer eingespült werden. 

Wir haben drei Beispiele für Dich gesammelt, wie die aktuelle Lage in deutschen Gewässern aussehen kann:

Im Rhein stellte sich die Lage im Sommer 2018 ziemlich dramatischer dar. Tonnenweise Fische starben im Fluss, besonders auf der Schweizer Seite des Rheins. Das dauerhafte warme Wasser von bis zu 28 Grad ließ den Sauerstoffgehalt absinken und führe zu den Tod vieler Fische.

Nicht nur Flüsse, sondern auch Seen waren in sehr ähnlichen Situationen. Die Feuerwehr musste millionen von Liter von Wasser in Seen pumpen, um mehr Sauerstoff für unsere Marinefreunde zu schaffen. Trotz der Heldenaktion zogen die Helfer dennoch 20 Tonnen Fischkadaver vom Stausee bei Ellwangen in Baden-Württemberg.

Seen sind aus dem ökologischen Gleichgewicht geraten, weil die Sonne das Wasser auf bis zu 30 Grad Celsius erwärmt hat. Licht und Wärme fördern das Wachstum von Algen und Pflanzen. Besonders gestärkt ist die Vermehrung von Blaualgen, die Giftstoffe produzieren und auch ins Trinkwasser gelangen können. 

Dabei schafft der Wind nicht, die Wasserschichten zu durchmischen. Dadurch gelangt der Sauerstoff aus der Luft nicht in tiefere Wasserlagen. Fehlt dort der Sauerstoff, schwimmen die Fische an die wärmere Wasseroberfläche. Dort beschleunigt sich ihr Kreislauf, sie müssen mehr fressen – das führt zu Stress und anschließend zum Tod.

In Niedersachsen, am 17. August 2021, fand ein massives Fischsterben im Großen Teich in Torgau statt. Der Betreiber des Teichs rechnete mit einem schaden von 20 Tonnen Fisch. In dem Gewässer wird normalerweise Fischzucht betrieben, doch so ein Massensterben hat es laut dem Betreiber bisher nicht gegeben.

Wer an dem Tag in die nähe des Teiches war, würde einen unangenehmen fauligen Geruch bemerken durch die herumliegenden tote Fische.Der Torgauer Betriebsleiter der Teichwirtschaft Wermsdorf-Torgau, Thomas Plate, macht eine massive Zunahme von Blau- und Sichel Algen und warmes Teichwasser dafür verantwortlich. „Algen sind ein wichtiger Sauerstoffproduzent im Gewässer. Wenn sie sich allerdings zu stark vermehren und dann innerhalb kurzer Zeit sterben, kommt es zu einem Sauerstoffmangel.“ In dieser Form gab es das noch nie.

Wie können wir ein Fischsterben verhindern?

Um die Verschmutzung der Gewässer durch Plastikmüll und Algen zu vermeiden und so ein weiteres Fischsterben zu verhindern, kannst Du Dich im Gewässerschutz engagieren. Wie wäre es denn zum Beispiel mit einem dieser Projekte?

Menschen reißen am Bachlauf fremde Pflanzen aus

Bringe Kindern den Bereich Gewässer näher und erkläre ihnen, welche Fische wo leben und wie Du sie schützen kannst.

Mehr zum Projekt
Kinder stehen bis zu den Knien im Fluss

Werde Assistenz bei der Betreuung von Kindergruppen an der Isar und hilf mit, ihnen die Natur näherzubringen!

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Eine Person sitzt beim Sonnenuntergang in einem Boot und fischt etwas aus dem Wasser

Werde FÖJler:in beim Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei und hilf bei der Forschung und Entwicklung zum Gewässerschutz mit.

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Lust auf mehr Engagement?

Nicht nur Fische brauchen unsere Unterstützung, sondern auch Amphibien oder andere Wildtiere! Für tolle Projekte rund um das Thema Natur- und Artenschutz, schau doch mal auf GoNature.de vorbei und finde jetzt Dein Engagement!

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