So unterstützt Second Hand Shopping den Naturschutz

Veröffentlicht am: 23.07.2021|Kategorien: Nachhaltig leben|6.6 Minuten Lesezeit|

In Deutschland landen jährlich ca. 391.752 Tonnen Textilien im Müll. Mode ist Wegwerfware geworden. Das Angebot wächst und Kleidung wird in Massen produziert. Dabei werden viele Ressourcen verbraucht, das Klima belastet und unsere Umwelt gefährdet. Second Hand Shopping ist eine beliebte Alternative, um nachhaltig und umweltschonend einzukaufen. Aber wie hängt Second Hand Shopping mit Naturschutz zusammen? Und worauf solltest Du achten, wenn Du nachhaltig Kleidung einkaufen möchtest? Hier findest Du die Antworten!

Warum ist Second Hand Shopping wichtig für den Naturschutz?

Second Hand Shoppen bedeutet bereits produzierte Ware zu kaufen, um die Nachfrage für die Herstellung neuer Ware zu reduzieren. Laut Greenpeace wurden im Jahr 2014 100 Millionen Kleidungsstücke neu produziert.  

Umweltbelastung durch die Herstellung von Kleidung

Die Herstellung neuer Kleidung und Textilien gefährdet die Natur. Natürliche Ressourcen werden verbraucht, das Wasser wird verschmutzt und den Tieren wird Lebensraum genommen. Doch wie genau wirkt sich die Bekleidungs- und Textilindustrie auf die Natur aus?

1. Baumwollplantagen verbrauchen viel Wasser und gefährden die Artenvielfalt.

Aus Baumwollplantagen wird Baumwolle gewonnen. Ein großes Problem ist die Pflege der Baumwollpflanze. Es werden bis zu 11 000 Liter Süßwasser für den Anbau von 1 kg Baumwolle benötigt. Im Jahr werden circa 25 Millionen Tonnen Baumwolle geerntet. Das bedeutet einen jährlichen Wasserverbrauch von 256 Kubikkilometer, der nicht nachhaltig ist und der Natur eine wichtige Lebensquelle nimmt. Das sind 256 Billionen Liter.  Zum Vergleich: im Durchschnitt trinken Menschen in Deutschland pro Kopf circa 164 Liter im Jahr. 

Obwohl Baumwolle nur auf 2,5% der weltweiten Ackerfläche angepflanzt wird, verbraucht sie 16% aller Pestizide und Insektizide. Die Artenvielfalt ist bedroht und durch Bewässerung der Pflanze gelangen die giftigen Chemikalien in angrenzende Gebiete und Gewässer. Den Tieren werden wichtige Grundlagen wie Nahrung und Lebensraum genommen. Diese Praktiken gefährden die Pflanzenwelt, viele Tiere und treiben das Insektensterben voran.

 2. Die Verarbeitung von Textilien verunreinigt Gewässer.

Die Färbung und Veredelung von Textilien tragen zu rund 20% zur Wasserverschmutzung bei. Das Abwasser von Fabriken wird ungeklärt in Flüsse und Meere geleitet. Durch das Waschen von synthetischen Stoffen gelangen jährlich 0,5 Millionen Tonnen Mikroplastik Fasern in den Ozean. Durch die Verschmutzung wird nicht nur der Sauerstoff im Wasser gesenkt, sondern den Tieren auch ein wichtiger Lebensraum genommen. Mehr dazu erfährst Du hier >.

 3. Export mit Containerschiffen verschmutzen die Luft und gefährden den Wald.

Textilien und Bekleidung werden mit Containerschiffen weltweit in andere Länder exportiert. Sie stoßen tonnenweise Schadstoffe aus und verschmutzen die Luft. Wenn sie in Kontakt mit feuchter Luft kommen, entsteht Säure, die bei Regen ausgewaschen wird und den Wald schädigt. Der Wald ist ein wichtiges Instrument für den Arten.- und Naturschutz.

Vermeidung der Belastung durch Second Hand Shopping

Wer sich für Second Hand entscheidet kauft bereits produzierte Kleidung ein. Es kommt zu einer Senkung der Nachfrage bei neu produzierter Kleidung. Durch eine Minderung der Produktion, werden weniger Ressourcen verbraucht, Wasser gespart und den Tieren bleibt mehr Lebensraum erhalten.

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Wann ist Second Hand Shoppen nachhaltig?

Second Hand Shoppen wird beliebter und entwickelt sich immer mehr zum Trend. Der Markt mit gebrauchter Kleidung hat sich über die Jahre stark verändert. Für viele Verbraucher:innen ist Nachhaltigkeit ein Motiv, sich für diese Alternative zu entscheiden. Doch nicht immer ist der Kauf gebrauchter Kleidung nachhaltig. Durch die steigende Nachfrage kommt es auch hier zum Massenkonsum. Faktoren wie Materialien, Herkunft der Kleidung und das eigene Konsumverhalten spielen eine wichtige Rolle.  Aber wann ist Second Hand Shoppen wirklich nachhaltig? Wir zeigen Dir worauf Du achten solltest.

Materialien wie zum Beispiel Polyester und Acryl zählen zu synthetischen Stoffen und bestehen aus Plastik, wodurch sie nicht wirklich nachhaltig sind. Beim Waschen mit der Waschmaschine gelangt Mikroplastik in unser Abwasser, da die Maschine die Fasern nicht vollständig filtern kann. Mehr Information dazu findest Du hier >.

Greife auch beim Second Hand Shoppen zu natürlichen Materialien wie Baumwolle, Leinen und Tencel. 

Der Markt hat sich über die Jahre verändert und das Angebot wächst. Es sind Second Hand Shop-Ketten entstanden. Die Filialen sind mehrstöckig und bieten ein unüberschaubares Angebot an gebrauchter Kleidung an. Meist wird die Kleidung im Massentransport geliefert und hat einen weiten Weg hinter sich. Wenn Du nachhaltig einkaufen und auf die Natur achten möchtest, kaufe bei den kleinen Second Hand Boutiquen vor Ort. Diese kaufen in der Regel ihre Kleidung von Privatpersonen an. Wenn Du Dir unsicher über die Herkunft der Kleidung bist, frage vor Ort einfach nach. 

Auch bei Fast-Fashion ist der Verkauf von gebrauchter Ware angekommen. Sei Dir aber bewusst, dass der erzielte Umsatz in die Produktion neuer Kleidung fließt und somit nicht nachhaltig ist und auch nicht gut für die Natur.

Nachhaltigkeit fängt an, wenn Du ein gesundes Bewusstsein für Deinen Konsum hast. Second Hand Shoppen ist nur dann nachhaltig, wenn nicht in Massen eingekauft wird. Durch die günstigen Angebote wird man verleitet unüberlegt Kleidung zu kaufen, die ungenutzt im Kleiderschrank landet. 

Überlege Dir, ob Du das Kleidungsstück wirklich brauchst und auch langfristig tragen wirst. Wenn Du beim Second Hand Shoppen nicht fündig wirst, greife zu nachhaltig hergestellten neuen Produkten. Hier > findest Du Tipps und Vorschläge.

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