Mähroboter: Wie gefährlich sind sie für Igel und Co?

Veröffentlicht am: 28.02.2022|Kategorien: Garten & Balkon, Tieren helfen|14.9 Minuten Lesezeit|

In den letzten Jahren sind Mähroboter immer mehr auf dem Vormarsch. Das Versprechen, ohne viel Arbeit immer einen perfekt gemähten Rasen zu haben, klingt für viele Leute verlockend. Aber Mähroboter haben auch viele Auswirkungen auf Tiere und Natur. Bei uns erfährst Du, welche Gefahren von den Robotern ausgehen und wie Du mit Deinem Garten einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten kannst:

Mähroboter sind schädlich für die Artenvielfalt.

Unterstütze den BUND Herbolzheim bei Landschaftspflegemaßnahmen und schütze Lebensräume.

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Wieso sind Mähroboter so gefährlich für Tiere?

Ein Igel auf einer Wiese, auf der Fluch vor einem Mähroboter.

Die meisten Mähroboter sollen offiziell nie unbeaufsichtigt laufen, wenn Tiere oder Kinder in der Nähe sind. Viele Leute lassen ihren Roboter deshalb nachts den Garten mähen, wenn sie wissen, dass Kinder und Haustiere im Haus sind. Igel, Echsen und andere kleine Wildtiere werden dabei völlig vergessen. Und auch tagsüber sind viele Tierarten gefährdet.

1. Igel

Igel gehören zu den nachtaktiven Tieren und durchstreifen besonders nachts unsere Gärten auf der Suche nach Futter. Auch tagsüber können, gerade im Frühling und Herbst, besonders hungrige Igel unterwegs sein. Fühlen sie sich dabei bedroht, rollen sie sich zusammen und versuchen sich mit ihren Stacheln zu schützen. Deshalb fliehen sie auch nicht vor Mährobotern sondern verfallen in eine Art Starre. So kann ein Kontakt mit einem Mähroboter für die kleinen Wildtiere schnell tödlich enden.

Viele Hersteller geben zwar an, dass ihre Modelle auch kleine Hindernisse erkennen und schützen können. Eine Untersuchung durch Stiftung Warentest mit Kinder-Prüffüßen hat jedoch ergeben, dass fast alle Roboter dieses Versprechen nicht ausreichend einhalten. Bei den meisten Prüfkörperteilen konnten Schnittverletzungen nachgewiesen werden. Diese sind für die Tiere ohne Versorgung leider schon eine große Gefahr.

Igel sind häufig Opfer der Mähroboter.

Hilf mit verletzte und unterernährte Igel zu pflegen und zu versorgen.

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2. Echsen und andere Kleintiere

Nicht nur Igel sind durch Mähroboter gefährdet. Auch die meisten anderen Kleintiere haben keine Chance gegen die rotierenden Klingen. Mäuse und Kröten versuchen oft bei Gefahren nicht aufzufallen, indem sie in eine Schockstarre verfallen. Fluchttiere wie Eidechsen und Blindschleichen können dagegen durch das laute Geräusch des Roboters in Panik verfallen und womöglich nicht rechtzeitig fliehen.

Selbst wer seinen Mähroboter während des Mähens beaufsichtigt, hat fast keine Chance diese kleinen Wildtiere rechtzeitig zu entdecken und in Sicherheit zu bringen. Jedes Jahr landen viele beim Mähen verletzte Tiere deshalb in den Wildtierauffangstationen.

Echsen brauchen Trockenmauern als Unterschlupf.

Engagiere Dich bei der Habitatpflege der Zauneidechsen.

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3. Insekten und Spinnen

Durch die schnell rotierenden Klingen, entsteht unter einem Mähroboter ein starker Unterdruck. Dadurch können Insekten und Spinnen vom Boden oder von den Gräsern eingesaugt und getötet werden. Auch auf Blüten sitzende Bienen können einem Mähroboter kaum entkommen.

Besonders Bienen aber auch andere Insekten und Spinnen sind in den letzten Jahren immer stärker gefährdet. Deshalb ist es besonders wichtig, auch auf ihren Schutz zu achten.

Schmetterlinge werden häufig in Gärten verdrängt.

Halte beim Spazierengehen Ausschau nach Schmetterlingen und hilf bei der wissenschaftlichen Erfassung!

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Schaffe mehr Artenvielfalt in Deinem Garten!

Wildblumen statt Mähroboter helfen Bienen und Insekten.

Eine große Vielfalt von Pflanzen und Tieren ist wichtig für ein gesundes Ökosystem. Leider fehlt in vielen Gärten diese Biodiversität. Der klassische “Englische Rasen”, für den viele Mähroboter sorgen sollen, ist im Endeffekt eine reine Monokultur. Auch bieten die kurzen Grashalme nur wenigen Tieren Nahrung oder Zuflucht. Dabei kann eine gesunde Vielfalt von Blumen, Wildkräutern, Schmetterlingen oder Libellen einen wichtigen Beitrag für unsere Umwelt leisten. Anstatt also Deinen Rasen immer kurz zu halten und durch einen Mähroboter mögliche Verletzungen bei Wildtieren zu riskieren, gestalte Deinen Garten doch lieber natürlich.

Mit wenigen Schritten kannst auch Du Deinen Garten in ein naturfreundliches Paradies verwandeln und so einen großen Beitrag zum Artenschutz leisten:

Mähe bewusster!

Ständiges Mähen sorgt dafür, dass sich nur dominante Gräser durchsetzen. Auch Wildblumen kommen so nicht zum blühen. Mähe also in Zukunft seltener und gib der Natur die Chance sich zu entwickeln. Wenn Du den Platz dafür hast, kannst Du auch wilde Inseln anlegen, die Du nur im Sommer nur zweimal mähst. Das ist nicht nur gut für die Tiere, sondern kann auch toll aussehen! Dein Mähroboter sollte diese Ecken meiden, falls Du nicht auf ihn verzichten möchtest.

Sähe eine Bienenwiese!

Bienen leisten einen wichtigen Beitrag für unser Ökosystem. Bei der Gestaltung Deines Gartens solltest Du also dafür sorgen, dass Wildbienen und Hummeln sich wohlfühlen. Mit dem passenden Saatgut ist das ganz einfach. So kannst Du einen Teil Deines Gartens in einen bunten Farbenteppich verwandeln und zugleich der Umwelt etwas Gutes tun.

Sorge für Trockenmauern und Insektenhotels!

Viele Tiere freuen sich, wenn sie in Deinem Garten einen sicheren Unterschlupf finden. Ein Insektenhotel kannst Du entweder fertig kaufen oder mit wenig Aufwand selber basteln. Wir haben Dir hier> eine Anleitung vorbereitet.

Auch Eidechsen und andere Reptilien können die Vielfalt in Deinem Garten bereichern. Sonnige Trockenmauern geben diesen Tieren ein tolles Zuhause und können zugleich als praktische Einfassung für Dein Kräuterbeet dienen.

Mähroboter schaden einer Permakultur

Mache ein FÖJ im Elbsandsteingebirge und leite Kindergruppen an!

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Du möchtest Dich mehr für die Artenvielfalt engagieren?

Auch wenn Mähroboter auf den ersten Blick praktisch wirken, bringen sie leider viele Gefahren für Natur und Tiere mit sich. Versuche stattdessen mit Deinem Garten einen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten.

Du möchtest mehr über “Grünes Gärtnern” erfahren? Hier> findest Du mehrere spannende Blogbeiträge zum Thema. Oder Du interessierst Dich mehr für süße Wildtiere, dann haben hier> einen Artikel zum Thema Igelschutz für Dich.
Auf GoNature.de findest Du außerdem viele weitere Projekte rund um den Natur- und Artenschutz!

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